DM mit July in Glien über 160 km – rausgeflogen bei 123 km

Am Donnerstag, den 30.5.13 um 6:30 Uhr haben wir (Oli, Jasmin, July und ich) unsere Reise nach Berlin angetreten. Ich wollte gerne auf der DM mit July unseren ersten Hundertmeiler reiten. Leider hatten wir Stau auf der Fahrt und waren erst nach ca. 9 Stunden am Veranstaltungsort in Paaren-Glien. July stand die ganze Fahrt über total brav und hat sich nichtmal im Stau aufgeregt. Nach unserer Ankunft haben wir July erstmal in ihre Box im Stallzelt gestellt. Obwohl sie noch nie in einem Stallzelt war, hat sie sofort entspannt gefressen. Wir haben dann noch ein paar Sachen vorbereitet – Pavillon für die Pause aufgebaut, Paddock aufgestellt, etliche Wasserbottische gefüllt und Sachen sortiert. Danach ist Jasmin mit July noch eine Runde Reiten gewesen, während Oli und ich noch ein wenig weiter sortiert haben und Batterien kaufen waren da mein Pulsgurt leer war. Über Nacht hat July sehr gut gefressen und man hatte den Eindruck sie hätte noch nie etwas anderes gemacht als in einem Stallzelt zu stehen. Das änderte sich dann leider relativ schnell. Madame beschloß, dass sie sich lange genug benommen hat und find an durchzudrehen in der Box. Um sie davon abzuhalten sich komplett zu verstümmeln haben wir sie aufs Paddock gestellt. Da war sie zwar nicht wirklich ruhig, aber es war besser. Nachmittags bin ich mit Petra und Nadine 1.5 Stunden reiten gegangen um die Pferde für die Voruntersuchung aufzuwärmen. Bei der Voruntersuchung hat July sich dann wieder ganz passabel benommen und hat auch überall A und 1 bekommen. Danach habe ich sie wieder ins Paddock gestellt. Leider gab es nochmal über eine Stunde sintflutartigen Regen und Gewitter der alles inklusive Stallzelte überflutete. July stand recht relxt in ihrem Paddock. Jasmin und ich haben ihr dann noch Gras gepflückt, damit sie sich schön den Bauch vollschlagen konnte vor dem Ritt. Durch ihr ganzes Theater hatte sie bis nachmittags nämlich noch kaum Heu gefressen. Nach der Vorbesprechung waren die Stallzelte auch wieder halbwegs trockengelegt und wir haben July in die Box gestellt über Nacht. Ich hatte zwar Sorge, dass sie wieder anfängt zu spinnen, aber irgendwie muss sie das ja lernen.

Am Samstag ging es früh los, da um 5 Uhr Start war. Wir waren um 3:30 Uhr am Stall um July zu füttern. Entgegen meiner Befürchtung hatte sie sich weder verletzt noch die Box abgebaut. Sie hat sogar recht gut gefressen. Dann haben wir letzte Vorbereitungen getroffen, gesattelt und dann ging es auch schon los in den Warmreitebereich. Hier hat July zunächst einen Transponder um den Hals bekommen für die Zeitmessung. Das ist schon sehr praktisch, da man dann keine Zettel an Arrivel-, In- und Outtime einsammeln muss. Beim Warmreiten war July noch recht entspannt und auch der Start verlief gesitteter als erwartet. Ich bin zusammen mit Nadine und Yumina und Nadine und Ladie geritten. Hinter mir hatte sich noch ein Reiter einsortiert. Als wir auf der Strecke waren hat July in den Rennmodus gewechselt und war recht anstrengend. Das Tempo war mir eigentlich zu hoch, aber weder Nadine noch ich hatten eine reelle Chance zu bremsen. So sind war die erste Runde von 36 km recht schnell zu Ende. In der Crewing Area haben wir die Pferde sofort getrennt und dann abgesattelt. July hat sich zwar etwas aufgeregt, aber viel weniger als erwartet und nach 5 Minuten konnten wir dann auch schon ins Gate gehen. Es war alles in Ordnung und July konnte in ihre wohlverdiente Pause. Yumina durfte etwas früher wieder raus und so wartete ich auf die andere Nadine um mit ihr zusammen zu reiten. Die zweite Runde von 29 km verging ähnlich schnell wie die erste. July war immernoch ziemlich aufgedreht und zerrte ständig an den Zügeln. Aber sie hat brav an jedem Trosspunkt getrunken. Als wir das zweite mal in die Crewing Area kamen, hatte man schon das Gefühl, dass July so langsam verstanden hatte was man von ihr will – sie hat sich super benommen und auch wegen der anderen Pferde keinerlei Theater gemacht. Beim Tierarzt war wieder alles gut. July trabte bisher auch viel besser vor als man es von ihr gewöhnt war. In der Pause interessierte sie sich auch gar nicht mehr dafür was Yumina machte und hat schön gefressen. Die dritte Runde war nochmal eine längere Runde von 35 km, die ich wieder mit Nadine reiten wollte. Ich bin im Schritt vorgeritten, da sie erst drei Minten nach mir raus durfte. Auf einem endlos langem geraden Stück machte sich dann auch langsam etwas Müdigkeit bei den Pferden breit. Es wurde zudem auch immer wärmer. Die Wasserstellen und Trosspunkte wurden dankbar zum Trinken angenommen. Auf den letzten 10 km der Strecke habe ich mich von Nadine getrennt, da ihr Pferd nicht mehr klar lief im tiefen Sand und sie aufhören wollte. July lief ganz wunderbar alleine weiter – motiviert und in vernünftigem Tempo. So macht das ganze doch richtig Spass! Auch im Vet Gate war wieder alles in Ordnung und wir konnten in die Pause gehen. Auf dem “Pferdeklo” hat July sofort die Chance genutzt zu pinkeln und sie hat auch wieder gut gefressen. Die nächste 23 km Runde musste ich dann alleine reiten. Ich war aber auch ganz froh drüber, dass July diese Erfahrung auch mal machen kann. Oftmals hat man ja gar nicht die Möglichkeit alleine zu reiten und dann klebt sie immer so sehr an den anderen Pferden. Jetzt merkte man deutlich, dass July müde wurde. Sie trabte zwar die ganze Zeit brav jetzt aber nur noch mit ca. 14 km/h. Trotzdem war ich begeistert wie gut sie das alleine trotz Müdigkeit macht. Auch entgegenkommende Pferde waren ihr mittlerweile völlig egal. Kurz bevor wir wieder aufs Gelände kamen, meinte July plötzlich einen riesen Satz mit Drehung machen zu müssen, weil sie irgendwo Flatterband entdeckt hat. Das das die anderen Runden vorher auch schon da war hatte sie wohl vergessen. Auf jeden Fall kam das für mich so überraschend, dass ich spontan im Dreck landete. July war aber so nett zu warten und so konnte ich gleich wieder aufsteigen und weiter ins Gate reiten. Diesmal trabte sie leider nicht mehr schön und wir sind rausgeflogen. Ob das nun die Müdigkeit oder durch eine kleine Wunde am Bein von ihrem Stunt kam, weiß ich nicht. Ich bin mir aber sicher, dass es nichts Ernstes ist.

Die DM war für July die erste Großveranstaltung mit Fahnen, Zelten, Pavillons, unzähligen Eimern, Lautsprecherdurchsagen, einem Gate in dem man einzeln vorgestellen muss und ganz vielen anderen Pferden. Sie hat das wirklich super gemacht und ihre Nervosität hielt sich in Grenzen. Auch wenn wir die Strecke nicht zu Ende reiten konnten, bin ich sehr stolz darauf, dass wir uns 123 km durch den Matsch und über sehr viel Asphalt gekämpft haben – July war auf jeden Fall großartig!

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